In den vergangenen 20 Jahren haben viele freiwillige Initiativen versucht, die Situation der Kaffeebauern
zu verbessern, z.B über Zertifizierung durch Standardsysteme (Fairtrade, UTZ/Rainforest Alliance, Bio Zertifizierungen). Auch viele große Kaffeeunternehmen führten unter erheblichem finanziellen Einsatz eigene Projekte durch, und versehen den Kaffee dann mit unternehmenseigenen Labels (z.B. C.A.F.E. Practices von Starbucks oder AAA von Nestlé).
Studien zur Prüfung, welche Vorteile eine Zertifizierung
für die Plantagenbetreiber bringt, liefern keine eindeutigen Ergebnisse. Grundsätzlich sorgt eine Zertifizierung für mehr Transparenz hinsichtlich der Herkunft
der Kaffeebohnen und zu ökologisch verträglicheren Anbaupraktiken. In einzelnen Gebieten gab es Belege dafür, dass die Einkommen der Bauern stiegen, auch weil sie besseren Zugang zu Krediten bekamen.
Andererseits erfassen die standardsetzenden Organisationen die ärmsten und nicht organisierten Bäuerinnen und Bauern nicht. Oft sind die Farmer aufgrund der lokalen Gegebenheiten nicht in der Lage, die Anforderungen der standardsetzenden Organisationen zu erfüllen.
Da die Kosten für Zertifizierungen und Audits sehr hoch
sind und von den Kaffeebauern selbst getragen werden müssen, bedeutet das insbesondere für die Kleinbetriebe Nepals mit einer Anzahl zwischen 5 und 50 Kaffeebäumen ein erhebliches Risiko, weil es im Rahmen der meisten Verträge keine Absatzgarantie gibt. Dann sind sie gezwungen, den Kaffee über den konventionellen Markt zu verkaufen, der stark von Niedrigpreisen geprägt ist und die Zusatzkosten nicht abdeckt.
Wie begrenzt die Wirkungen von Zertifizierungen sind, zeigt sich daran, dass gegenwärtig rund 50 % der weltweiten Kaffeeernte in irgendeiner Form zertifiziert
ist, zugleich jedoch Armut, Kinderarbeit und ökologische Probleme immer häufiger auftreten. Tatsächlich haben die Nachhaltigkeitsansätze nur geringe Auswirkungen auf die Einkommen der Landwirte. Lediglich 0,6 % des Branchenumsatzes werden derzeit als Prämie für zertifizierte Produkte ausgezahlt.
Als Fazit bleibt die Feststellung, dass die Nachhaltigkeitsbemühungen der Unternehmen wie auch der von ihnen gegründeten Verbände weitgehend gescheitert sind.
Es ist grundsätzlich schwierig, die Wirksamkeit von Zertifizierungen nachzuweisen, da sie nicht von ohnehin stattfindenden Veränderungen auf dem Markt zu abzugrenzen sind.
Unser
"Goethe Kaffee"
trägt aus den oben genannten Gründen kein Zertifizierungslabel. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass durch die Wahl unseres Kooperationspartners
kar.ma COFFEE
das Ziel, die Situation der Kaffeebauern zu verbessern, erreicht wird.
Denn kar.ma COFFEE
unterstützt die Bauern bei der Entwicklung neuer Produkte, bietet Schulungen zum Einsatz moderner Technologien
an und hat zusammen mit einem Fintech-Unternehmen ein digitales Zahlungsmodell
eingeführt. Dies ermöglicht es den Händlern, jede Transaktion an Bauern und Pulper freizugeben und zu überwachen. So ist sichergestellt, dass jeder Kaffee, der bezogen wird, die gewünschte Qualität und Quantität aufweist. Die Bauern können Vorauszahlungen von Finanzinstituten erhalten, die sie in ihren Mikrounternehmen für Investitionen nutzen können.
Damit wird die Interaktion zwischen Kaffeebauern und -verarbeitern in abgelegenen Dörfern und den Käufern deutlich verbessert, wodurch eine langfristige Beziehung zwischen allen Beteiligten aufgebaut und das Wachstum des gesamten Kaffeesektors unterstützt wird.